Schwarzpulverwaffen

Inhalt:

 

1. Ambiente

Rabähh! Dassisabbanichfantasy! hör ich schon die ersten rufen. Aber mal ehrlich: Fantasy ist doch mehr als DSA , AD&D und die dazu entstandene "Literatur". Selbst Urvater Tolkien erwähnte schon Schwarzpulver (als Orkerfindung im kleinen Hobbit) und historisch gab es die ersten Kanonen seit Mitte des 13. und die ersten Handfeuerwaffen ab dem 14. Jhdt. auf den Schlachtfeldern Europas also noch bevor sich solche LARP-Standards wie Vollplatte und Bidenhänder etablierten.

Um also mal etwas Neues in die doch immer recht gleiche LARP-Ausstattung zu bringen, ist eine wuchtige Ur-Pistole also immer angebracht (wobei sie allerdings nicht zu jedem Charakter paßt). Für hemmungslose Charakteroptimierer ist eine solche Waffe allerdings nichts, da sie aufgrund ihrer erbärmlichen Reichweite und der langen Ladezeit einfach zu ineffektiv ist.

Was die Spielbalance angeht, so sind die hier beschriebenen Waffen gar nichts gegen die allgegenwärtigen Bögen und Armbrüste, da sie langsamer zu laden sind und eine weit geringere Reichweite haben. Regeltechnisch sollten Feuerwaffen an Armbrüste angelehnt werden, was hinsichtlich der frühen Faustrohre und Radschloßpistolen wohl auch dem tatsächlichen Wirkungsgrad entspricht.


2. Sicherheit

Die hier beschriebenen Waffen verwenden Einmachgummis als "Munition". Grundsätzlich liegt hierin ein gewisses Gefahrenpotential, da ein Gummiring schmaler als ein Auge ist. Diese Gefahr wird m.E. aber dadurch entschärft, daß die Abschußwucht bei den unten beschriebenen Waffen doch sehr gering ist (und damit auch ihre Reichweite) und das Gummi sich im Flug aufrichtet und so im Ganzen als Ring auf das Ziel auftrifft.

Gleichwohl gilt hier noch mehr als bei anderen Schuß- bzw. Wurfwaffen:

  1. Immer nach unten zielen!

  2. Auf kurzen Distanzen keine Munition verwenden, sondern einfach "PENG" sagen! Wenn das "Opfer" dies ignoriert, kann man sich einfach seinen Teil denken und diesen Spieler fürderhin meiden.


3. Ausrüstung/Material

Da eine Feuerwaffe nicht aus Schaumstoff besteht, sondern aus Holz und Metall ist der notwendige Werkzeugpark hier schon etwas größer als beim Polsterwaffenbau. Man braucht:

Werkzeug

  1. Eine Stich- (naja) oder Decoupiersäge (besser) mit Sägeblättern für Holz und NE-Metalley
  2. Eine Bohrmaschine mit Bohrständer
  3. Einen Satz guter Bohrer (am besten Titanbohrer) für Metall und Holz
  4. Einen Schraubstock
  5. Feilen und Raspeln (jeweils flach, halbrund und rund)
  6. Einen Satz Schlüsselfeilen
  7. Schleifpapier verschiedener Körnungen
  8. Schraubzwingen
  9. Blechschere


Material
(soweit nicht anders angegeben solltet Ihr die Materialien in jedem Baumarkt kriegen)
  1. Holz (je nach Bauweise s.u. 10 mm und 6 mm Sperrholz oder 28 mm Massivholz)
  2. 0,5 mm Messingblech
  3. 4-5 mm Alublech (gibts beim Schlosser
  4. Hülsenschrauben M4
  5. diverse Holzschrauben
  6. 16 mm Alurohr
  7. entweder (s.u.) Ringschrauben 6x3 und Zugfedern 4,5x17 oder 0,5 mm Federstahl (wer nicht weiß, wo er Federstahl herbekommt: Die Klammern von Klemmheftern eignen sich hervorragend. Einfach mit der Blechschere einen 4-5 mm breiten Streifen abschneiden)


4. Planung

Im Gegensatz zu einer starren Polsterwaffe hat man es bei einer Feuerwaffe, die auch "funktionieren" soll, nicht mit einem starren Ding, sondern mit einer beweglichen Mechanik zu tun, bei der alle Teile sauber ineinander greifen müssen. Noch mehr als beim Polsterwaffenbau ist hier also eine gute Planung von Nöten.

Zunächst muß man sich mit ein wenig mit dem Waffeninnern und der Funktionsweise der LARP-Feuerwaffe beschäftigen.

Das Innere der Waffe besteht im Wesentlichen aus drei Teilen:

A. Schloß im gespannten Zustand


a) dem Spannhaken
b) dem Abzug
c) und d) die Rückstellmechanik entweder mit Federstahl oder mit Zugfeder

B. Rückstellmechanik mit Federstahl

C. Rückstellmechanik mit Zugfeder


Diese drei Bestandteile muß man später in das Schloß einbauen können, was man immer im Auge behalten sollte.

Nun legt man die Form der Waffe fest. Bücher, Ausstellungskataloge und Museumsbesuche helfen dabei. Hat man sich für ein Modell entschieden wird zunächst eine Umrißzeichnung gefertigt, auf der auch Umriß und Position des Schloßbleches eingezeichnet wird. Jetzt kommt der knifflige Teil:

Zunächst wird grob skizziert, wie der Spannhaken, der Abzug und die Rückstellmechanik in die Waffe eingebaut werden können. Ist dies geschehen, werden diese Einzelteile auf etwas stärkere Pappe übertragen und ausgeschnitten. Mit Stecknadeln als Achsen werden diese Pappmodelle nun auf die Skizze an die vorgesehenen Stellen gesteckt und es erfolgt der erste Funktionstest am Modell. Der Abzug muß dabei in der Ausgangslage den Spannhebel in der Rückstellung (d.h. im gespannten Zustand) festhalten. Wird der Abzug nun gezogen muß sich die Haltestange soweit nach unten bewegen können (und dabei unter Berücksichtigung der Stärke des Schloßbodens von mindestens 3 mm soweit nach unten kommen, daß der Spannhebel sich über ihm drehen kann, um das (im Test fiktive) Gummi freizugeben.

Funktioniert alles, wird mit den Modellen auf der Zeichnung die notwendige Größe der Aussparungen für Spannhebel, Abzug und Rückstellmechanik aufgezeichnet. Dabei sollte man etwas großzügiger sein, denn erstens kann mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen eine hundertprozentige Genauigkeit nicht gewährleistet werden und zweitens bricht man sich dann später beim Zusammenbau nicht die Finger durch unnötige Fummelei. Immer bedacht werden muß jedoch, daß die Aussparungen später von dem Schloßblech überdeckt werden.

So, nun ist der Plan fertig und man kann mit der Umsetzung beginnen.


5. Schaft

Zunächst wird das Schloßblech auf 0,5 mm Messingblech angerissen und mit der Decoupiersäge ausgesägt. Hier hinein werden dann die Löcher für die Befestigungsschrauben gebohrt (eine Seite 4 mm auf der anderen 5 mm, da die Hülsenschrauben auf der Seite der Hülse breiter sind).

Nun muß man sich entscheiden, wie der Korpus gebaut werden soll.

Die einfachere (aber im Ergebnis nicht ganz so gut aussehende) Methode ist, den Korpus aus Sperrholz zu bauen. Dazu braucht man zwei 10 mm Brettchen und ein 6 mm Brettchen, die jeweils so groß sein müssen, daß der Korpus voll darauf paßt. Der Umriß des Korpus wird nun auf eines der 10 mm Brettchen übertragen. Dabei wird auch im hinteren und vorderen Teil der Waffe jeweils die Lage für ein Bohrloch festgelegt (durch diese Bohrlöcher werden später die Hülsenschrauben gesteckt, die den Schaft zusammenhalten).

Nun werden die Brettchen in der Reihenfolge 10 mm - 6 mm - 10 mm aufeinandergelegt und mit Schraubzwingen fixiert. Anschließend bohrt man die beiden angezeichneten Bohrlöcher mit einem 4 mm Bohrer im Bohrständer senkrecht durch. Diese Bohrlöcher werden dann auf einer Seite bis zu einer Tiefe von ca. 8 mm auf 5 mm erweitert. Nun können die Brettchen mit Hülsenschrauben, die vorher auf die richtige Länge gesägt wurden, zusammengeschraubt und danach die Schraubzwingen entfernt werden. Nun werden die anderen Löcher gebohrt. Für die Löcher durch die die Hülsenschrauben, mit denen die Schloßbleche befestigt werden, laufen, werden die Schloßbleche als Bohrschablone benutzt. Sollen die Löcher für die Achsen, auf denen die Schloßinnenteile laufen ebenfalls durch die Schloßbleche gehen, so befestigt man die Bleche am besten erst mit Hülsenschrauben und bohrt dann in einem Aufwasch durch Holz und Blech. Dies hat den Vorteil, daß es später nicht zu Verkantungen kommen kann. Mit Stich- oder Decoupiersäge kann anschließend das Sandwich entlang der aufgezeichneten Umrißlinie ausgesägt werden. Nun noch das Ganze mit Raspeln, Feilen und Schleifpapier in die

Korpusteile, schon mit allen Bohrungen versehen
(anklicken für Vergrößerung)

endgültige Form bringen und glatt verschleifen. Danach nehmen wir den Korpus erst einmal wieder auseinander.

Die Aussparung für das Schloß wird jetzt auf das mittlere Stück übertragen und ausgesägt. Dabei entstehen aufgrund der Durchbrüche für Spannhebel und Abzug zwei Teile, die beide eine Bohrung enthalten (einmal im Bereich des Griffs und einmal unterhalb des späteren Laufs der Pistole).

Der Nachteil dieser Methode ist einerseits, daß das Sperrholz als solches zu erkennen ist und die Waffe deshalb lackiert werden muß, also keine hübsche Maserung hat und andererseits auch bei bester Schleifarbeit später immer erkennbar bleibt, daß die Waffe aus drei Scheiben besteht.

Die zweite Methode der Schaftherstellung ist der Vollholzschaft. Dazu besorgt man sich im Baumarkt eine 28 mm dicke Kiefernholzlatte (wird in Längen von ca. 2,10 m angeboten und sollte nicht mehr als 7 DM kosten. In Bielefeld gibts diese Latten bspw. bei OBI. Eventuell in verschiedenen Baumärkten fragen.). Die Breite der Latte richtet sich nach dem Umriß des Schaftes.

Dieser Umriß wird jetzt auf die Latte übertragen und mit der Stichsäge ausgesägt. Nun wird die Öffnung für das Schloß aufgezeichnet und ebenfalls ausgesägt.

Jetzt kommt der schwierige Teil: die vertikalen Einschnitte und Vertiefungen.

Öffnungen im Bereich des Schlosses bei einer doppelläufigen Pistole
(anklicken für Vergrößerung)
Zunächst wird an der Stelle, wo später der Lauf sitzt eine 16 mm breite und 8 mm tiefe Rinne eingefräst. Hierzu wird ein 16 mm Fräskopf in die Bohrmaschine eingespannt und mittels Bohrständer und Anschlag die Rinne gerade ausgefräst (dazu sollte man ggf. den Verschnitt vom Aussägen zum Unterfüttern des Schaftes nehmen, damit die Laufrinne waagerecht liegt).

Jetzt werden die Öffnungen für den Abzug und den Spannhaken angezeichnet und ausgefräst (geht am besten mit guten Bohrern einer Stärke, die ca. 1 mm über der beabsichtigten Dicke der Schloßteile liegt, damit das Schloß später etwas Spiel hat). Auch hier wieder mit einem Anschlag arbeiten, damit der Bohrer nicht verläuft.

Schließlich noch die Bohrungen für die Achsen, auf denen die Schloßteile montiert werden, sowie die Löcher durch die die Schloßblechschrauben laufen im Bohrständer (denn die Löcher müssen genau senkrecht sein) bohren. Für die Schloßblechschraubenlöcher wird das Schloßblech wie auch bei der "Sandwichmethode" als Bohrschablone aufgelegt. Sollen die Achsen auch durch das Schloßblech gehen, empfiehlt es sich, die Schloßbleche zunächst mit Hülsenschrauben zu fixieren und dann die Achslöcher gleichzeitig durch Schloßbleche und Korpus zu bohren, damit die Löcher im Blech später auch über denen im Holz liegen.

Nun kann die endgültige Formgebung erfolgen (Kanten brechen, Griff ausarbeiten usw.). Hierzu wird wie oben mit Raspel, Feile und Schleifpapier gearbeitet. Einige Pistolenmodelle haben am Griffende eine Kugel. Für diese eignen sich ganz hervorragend eine Abschlußkugel für Vorhangstangen (für ca. 5 DM in jedem Stoff-/Deko-Laden zu bekommen).

So, nun ist der Schaft fertig und wir wenden uns den Innereien zu.


6. Schloß (innen)

Die Pappdummies, die Ihr bei der Planung von den Schloßinnereien (Abzug und Spannhebel) angefertigt habt, werden jetzt auf 5 mm Alublech (zu erstehen in der Schlosserei Eures Vertrauens) geklebt und mit der Decoupier- (ideal) oder Stichsäge (geht im Notfall auch, ist aber weit mühsamer) ausgesägt. Dann werden die Löcher für die Achsen gebohrt (4 mm).

Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit: Die Schloßinnenteile werden in den Korpus eingesetzt und das Ganze das erste Mal zusammengeschraubt. Dann folgt die Funktionsprüfung. Der Abzug sollte den Spannhebel in der Ausgangslage soweit blockieren, daß der Haken, auf dem später das Gummi sitzt, in einer Position arretiert wird, in der das Gummi nicht abrutschen kann. Wird der Abzug gezogen, sollte sich der Spannhebel ohne Probleme nach vorne bewegen lassen, so daß das Gummi abrutschen kann.

Wenn alles funktioniert, wenden wir uns dem Rückstellmechanismus des Abzuges zu. Wie oben bereits gesagt gibt es da zwei Möglichkeiten:

Rückstellmechanismus mit Zugfeder

Rückstellmechanismus mit Federstahl
Bei der Methode mit Zugfeder wird einfach ein kleiner Schraubhaken innen in den Korpus geschraubt und eine entsprechend abgelenkte Zugfeder zwischen dem Haken und dem Blockierhebel eingesetzt (siehe Foto).

Für einen Rückstellmechanismus mit Federstahl müssen zunächst drei Löcher für die Haltestifte oberhalb des Abzuges in den Korpus (und ggf. ins Schloßblech, wenn die Stifte aus Hülsenschrauben bestehen sollen) gebohrt werden (zwei oben, eins unten wie auf dem Foto zu sehen).

Jetzt wird ein Stück Federstahl mit einer Blechschere zu einem 0,5 cm breiten und 4 cm langem Streifen geschnitten welcher M-förmig zugebogen wird. Dabei muß ein Schenkel des M so lang sein, daß er, wenn der Streifen wie auf dem Foto zu sehen zwischen die Stifte geklemmt wird, vom oberen Haken des Abzuges gegriffen wird und beim Ziehen des Abzuges nicht abrutscht.

Geeigneten Federstahl erhält man im übrigen, wenn man die Klammer von einem Klemm-Hefter abmacht und aufbiegt.


7. Lauf / Beschläge

So, jetzt ist die Pistole auch schon fast fertig.

Der Lauf wird aus 16 mm Alurohr zugeschnitten und mit einer Holzschraube, die von unten durch den Schaft geschraubt wird, in der dafür in den Schaft gefrästen Rinne befestigt. Ggf. muß im vorderen Teil des Laufes (vom Griff aus gesehen) noch eine Rille geschnitten werden, damit der Spannhebel sich im entspannten Zustand weit genug nach vorne drehen läßt. Daß Laufende wird jetzt mit einer Zange links und rechts etwas nach innen gebogen, damit das Gummiband, welches später hier sitzen soll, sich nicht an der Rohrkante aufreibt.

Die Beschläge (Radschloß, Hahn usw.) werden entweder aus Zinn gegossen oder aus 5 mm Aluminiumblech ausgesägt und auf das Schloßblech geschraubt (im Idealfall korrespondieren die Bohrlöcher für die Beschläge mit den Achsen der Schloßinnenteile, so daß alle diese Teile mit nur einer Hülsenschraube befestigt werden können.

Als letztes wird der Schaft lackiert oder gebeizt (eignet sich nur bei einem Vollschaft) und die Schloßplatten poliert. Jetzt kann alles zusammengeschraubt und montiert werden.

Herzlichen Glückwunsch! Die Pistole ist fertig. Das Einmachgummi wird zwischen Laufende und dem eingerasteten Spannhaken gespannt. Betätigt man nun den Abzug wird der Spannhaken freigegeben und das Gummi flitscht weg.

Eine sicherlich nicht besonders effektive aber meiner Meinung nach recht ambientige Waffe.


8. Knall und Rauch

Wie schön wäre es jetzt, wenn die Pistole beim Feuern auch noch knallen, rauchen und stinken würde ? Kein Problem !

Einfach einen kleinen Haken ca. 10-15 cm hinter den Spannhaken in den Schaft schrauben. Dann einen Zugkracher bzw. eine Knallziehschnur (z.B. Knall-Kids der Firma Weco aus Eitorf; 20 Stück kosten ca. 2,50 DM) an einer Seite mit einer Schlaufe versehen, die um den Spannhake gelegt wird. Die andere Seite der Schnur wird um den Haken gewickelt bzw. geknotet. Wird die Pistole nun abgefeuert, zieht das Gummi den Spannhaken nach vorne und damit die Knallziehschnur auseinander. Der Knall ist manierlich (so etwa zwischen Schreckschuss- und Spielzeugpistole) und rauchen tuts auch ein bißchen.

Auf diese Weise steigt auch die Chance, daß diejenigen, die von dem Gummi getroffen werden dies merken und entsprechend reagieren ;-).


Doppelläufige Pistole, ca. 1570 (gespannter Zustand)
-anklicken um Bilderserie zu sehen-

Pistole, ca. 1546 (gespannter Zustand)
-anklicken um Bilderserie zu sehen-


9. Arquebuse

Der Bau einer Arquebuse verlangt eine etwas andere Herangehensweise als der der Pistolen:

Als Material verwende ich Fichtenholz (in der Bearbeitung nicht ganz optimal dafür aber unschlagbar billig) 26 mm stark und 190 mm breit. Für eine Arquebuse benötigt man zwei solche Bretter mit einer Länge von ca. 1,00 Meter. Weiter benötigt man noch ein 25 mm Alu- oder Eisenrohr, 5 mm Alublech (ein Stück in der Größe 60 x 300 mm sollte genügen) und ein 100 mm langer und 30 mm breiter Streifen aus 0,5 mm Messingblech. Ferner Schrauben, ein 8 mm (7 mm Innendurchmesser) Messingrohr und einen Messing Vierkantstift 5 x 5 mm mit einer Länge von 60 mm.

Als Werkzeug benötigt man auf jeden Fall eine Stich- oder Bandsäge und ggfls. eine Decoupiersäge sowie eine Bohrmaschine mit Bohrständer. Ein Zugmesser zum Schäften wäre optimal, es geht aber auch ohne. Ansonsten braucht man diverse Raspeln und Feilen sowie Schmirgelpapier.

Zunächst wird erst einmal eine entsprechende Zeichnung des Schaftes angefertigt. Hier liefern viele der in der Rubrik "Blankwaffen" aufgeführten Bücher Vorlagen. Eine Skizze der hier beschriebenen Arquebuse ist in der Grafik unten dargestellt.

Auf der Skizze werden die Löcher für die Befestigungsschrauben (auf der Grafik als dicke Punkte dargestellt; hierbei ist darauf zu achten, daß die Bohrung für die vordere Befestigungsschraube mindestens 16 mm unter der Auflagelinie für das Rohr (auf
der Grafik "b") liegt, da hier später noch die Rohrauflage eingefräßt wird) und für den Luntenhahn (kleiner Punkt) eingezeichnet und dann das Ganze auf eines der Fichtenbretter übertragen. Dabei sollte man darauf achten, daß die Oberkante der Arquebuse (in der Grafik mit "a" markiert) glatt mit der Oberkante des Brettes abschließt, damit die Auflage für das Rohr (auf der Grafik mit "b" markiert) parallel zur Unterkante verläuft.
Nun werden die beiden Bretter bündig aufeinander gelegt, mit Schraubzwingen fixiert und zunächst einmal die Löcher für die Befestigungsschrauben gebohrt. Jetzt können die Bretter mithilfe von Hülsenschrauben verschraubt werden.

Schaft, roh ausgeschnitten (mit bereits eingeschraubtem Rohr)
Als nächstes wird mit der Stichsäge die obere Kante des Schafts ausgesägt. Die untere Kante bleibt erstmal unberührt.
Danach wird die Rinne für das Rohr gefräßt. Dazu spannt man eine Kugelfräse (möglichst breit) in die Bohrmaschine ein und fräßt einen halbrunden Kanal von 25 mm breite und ca. 12,5 mm Tiefe in die Rohrauflage. Da der untere Teil des Schaftes noch nicht zugeschnitten wurde, kann man einfach die Bohrmaschine im Bohrständer auf die richtige Höhe einstellen und den Schaft unter der Kugelfräse her schieben. Auf diese Weise erhält man einen Kanal, der über die gesamte Länge eine gleichbleibende Tiefe hat. Am Ende des Kanals wird jetzt noch eine kleine Vertiefung (ca. 2 mm) in der Form des Querschnitts des Rohres in den Schaft gefräßt, in dem das Rohrende verschwinden kann, dann kann man das Rohr einsetzen und mit einer Holzschraube (vorbohren !) von unten am Schaftende fixieren.

Nun kann man sich an das Zusägen der Unterkante des Schaftes machen. Das Ganze sollte jetzt etwa so aussehen, wie das Foto oben.

Danach kommt der Hauptteil der Arbeit: das Schäften. Hierzu verwendet man am besten ein Zugmesser (wenn man eins hat. Die Anschaffung nur für eine einzelne Arquebuse kann ich nicht empfehlen, da die Dinger ziemlich teuer sind.), die Stichsäge (VORSICHT !), einen Hobel (funktioniert nicht besonders gut bei stark nach innen gekrümmten Flächen) oder eine Raspel (mühsam ernährt sich das Eichhörnchen). Ist man damit fertig, wird der Schaft mit Schmirgelpapier unterschiedlicher Körnung verschliffen. Danach sollte der Schaft aussehen, wie auf dem Foto rechts.

Nun kann man auch das Rohr einsetzen. Dazu wird das 25 mm Alurohr entsprechend zugeschnitten, eingesetzt und wie bei den Pistolen mit einer Holzschraube von unten befestigt.

Jetzt baut man das Ganze erstmal wieder auseinander und wendet sich dem Schloß zu. Dieses muß etwas anders gebaut werden, als das einer Radschloßpistole, da hier der Abzug an der Außenseite des Schafts liegt (nun gut, es gab auch Arquebusen mit Abzügen, die aus dem Inneren des Schaftes kamen oder gar solche ohne Abzug, sondern mit Auslöseknopf aber ich finde, daß der einfache Luntenhahn ohne Federmechanismus am arquebusigsten aussieht (und noch den Vorteil hat, daß sich die "Lunte" beim Abziehen tatsächlich auf die Zündpfanne senkt).


Schaft, fertig geschäftet und verschliffen

Schloß (Ansicht von oben)

Da der Spannhebel, wie auch bei der Radschloßpistole mittig aus dem Schaft tritt, sich der Abzug aber an der Seite befindet, muß der Abzug zweiteilig gestaltet werden mit dem eigentlichen Abzug außen und dem Abzugshaken innen. Damit sich die beiden Teile gleich bewegen erfolgt die Verbindung nicht über eine Schraube sondern über einen Messing-Vierkantstab (siehe Grafiken links).

Aber zunächst muß die Form der einzelnen Schloßteile entwickelt werden. Die Grafik links unten gibt eine ungefähre Vorstellung davon, wie die Teile aussehen sollen. Bei der Planung muß berücksichtigt werden, daß sich Abzugshaken (auf der Grafik als b) und Abzug/Hahn (auf der Grafik als c) synchron um den gleichen Winkel drehen, d.h. wenn der Hahn voll durchgezogen ist, muß der Abzugshaken so weit vorne sein, daß der Spannhebel frei ist und sich nach vorne drehen kann. Am besten zeichnet man die Teile zunächst auf etwas stärkere Pappe auf und überprüft die Funktionsweise zunächst einmal an diesen "Modellen".

Klappt alles, überträgt man die Modelle auf 5 mm Alublech, sägt sie aus und bohrt die Wellenlöcher, 4 mm in Teil a und 5 mm in den Teilen b und c (die Ecken für den Vierkantstab müssen mit einer Schlüsselfeile soweit ausgefeilt werden, bis der Stab stramm hindurchpaßt; aber paßt auf, daß die Aussparung für den Stab so ausgearbeitet werden, daß die Teile b und c im richtigen Winkel übereinander liegen, wenn der Stab durch beide hindurchläuft. Ein Verdrehen zueinander ist hier nicht mehr möglich).

Hat man die Teile aus Alu ausgesägt, werden a und b erst einmal auf ihre korrekte Position auf der Innenseite des Schaftes gelegt und die Wellenlöcher durchgebohrt (für die Welle von Teil b reicht zunächst eine 5 mm Bohrung, diese wird später noch aufgebohrt). Danach wird der Schaft wieder zusammengeschraubt und die Löcher auch auf der anderen Seite durchgebohrt (die bereits auf einer Seite gebohrten Löcher dienen dabei quasi als Bohrvorlage).

Nun werden die Schafthälften wieder getrennt und die Teile a und b mit Schrauben zunächst provisorisch auf eine Innenseite geheftet und der Umfang des auszufräsenden Schloßinneren festgelegt (auf der Grafik links dunkelbraun dargestellt). Das Schloßinnere muß so groß sein, daß alle Teile sich ohne anzuecken von ihrer Start- in ihre Endposition drehen lassen. Dieser Umfang wird dann auch auf die andere Schaftseite übertragen und das Ganze dann 3 mm tief auf jeder Seite ausgefräßt. Dazu spannt man eine Zylinderkopffräse in die Bohrmaschine ein, stellt diese fest im Bohrständer auf die entsprechende Höhe ein und kann dann einfach das Schloß unter der Fräse entlang schieben, bis das gesamte Schloßinnere ausgefräßt ist.


Schloß (Ansicht von der Seite)
Nun wird das Wellenloch für den Vierkantstab im Schaft auf 8 mm aufgebohrt und zwei Stücke, die so lang sein sollten, daß sie genau von der Außenseite bis zur Schloßinnenwand reichen, von dem 8 mm Messingrohr abgeschnitten und in diese Löcher eingesetzt.
Jetzt kann die Arquebuse zum ersten mal provisorisch zusammengesetzt (den Vierkantstab erstmal in voller Länge durchstecken) und ausprobiert werden. Einfach Gummi auflegen (wenn kein Gummi zur Hand ist, welches lang genug ist, einfach zwei Einmachgummis zusammenknoten) und abdrücken. Wenn alles paßt, sollte das Gummi jetzt wegflitschen. Danach wird das Ganze erstmal wieder auseinander genommen. Als nächstes wird das Schloßblech aus dem 0,5 mm Messingblech ausgesägt und mit den nötigen Bohrungen versehen (im Gegensatz zur Pistole braucht man nur ein Schloßblech, da im Original das Schloß nicht im Schaft sondern außerhalb ist).

Schließlich wird der Vierkantstab an der einen Seite leicht mit dem Hammer breit geschlagen und zwar so, daß er gerade nicht mehr durch das Loch im Hahn durchrutschen kann. In die andere Seite des Stabes bohrt man ein 2 mm Loch (ca 10 mm tief), in welches später eine 2,5 x 10 SPAX-Schraube eingeschraubt wird. Nun kann alles zusammengebaut werden. Der Vierkantstift wird auf der Seite mit der Bohrung mit der bereits erwähnten 2,5 x 10 SPAX-Schraube, einer 7 x 3,2 mm Unterlegscheibe und einer 11,0 x 4 mm Unterlegöse gesichert (siehe Grafik der Ansicht von oben), so daß er fest sitzt.
Die Arquebuse ist jetzt im Wesentlichen fertig. Die weiteren Arbeitsschritte sind lediglich dekorativer Natur.

Da wäre zunächst mal die Halterung für die Lunte: damit diese richtig in den Hahn eingespannt werden kann, wird der obere Teil des Hahns mit einer Metallsäge gespalten, auseinandergebogen und dann über einem Metallstab oder Röhrchen von ca. 6 mm Durchmesser wieder zusammengehämmert. Wird der Stab entfernt, kann man die Lunte (ein Stück Textilwäscheleine eignet sich hervorragend als Luntenersatz; wer will, kann die Spitze auch noch schwarz einfärben) durch den entstandenen Tunnel führen (siehe Foto rechts). Je nach Geschmack kann auch noch ein Loch gebohrt und eine Schraube mit Flügelmutter als Festziehschraube eingebaut werden.
Hat man den Hahn nicht aus Alu- sondern aus Messingblech gesägt, kann man einfach ein 7 mm Messingröhrchen als Luntenhalter oben an den Hahn anlöten./p> Die Zündpfanne (zumindest die ohne Deckel) ist nicht mehr, als ein Blechwinkel mit einer Kuhle. Man kann entweder ein Modell machen und dieses in Zinn gießen oder einen Streifen von ca. 15 x 25 mm aus den Resten des 5 mm Alubleches aussägen und mittels Kugelfräsers auf den ersten 15 mm eine Kuhle verpassen. Hinter der Kuhle wird der Blechstreifen dann einfach hochgebogen. Nun wird in den Rand der Kuhle noch ein Löchlein gebohrt und die Zündpfanne mit einer schmalen Schraube an den Lauf geschraubt.

So, jetzt mag die Arquebuse noch nach Geschmack gebeizt werden und ist dann endgültig fertig. Ein richtiger Landsknechts-Arquebusier führt seine "Munition" natürlich stilecht am Bandolier (einfach ein langer Gürtel, der über die Schulter geworfen wird) und um die "12-Apostel" oder bei ceridischen Landsknechten "7-Heiligen" :-) gewickelt. Dies sind einfach ca. 12 cm lange Stücke von einem 2,5-3 cm dicken Buchenrundstab, die oben und unten abgerundet und in die nach ca 3 cm eine Rille gefeilt wird. Auf der Hälfte des kürzeren Stücks nach der Rille wird ein Loch gebohrt, durch welches eine Lederschnur gezogen wird, mit der der "Heilige" oder "Apostel" am Bandolier befestigt wird. Um diese Apostel kann nun das Gummiband für den Schuß gewickelt werden. Der Zugkracher für den Schuß kann dann jeweils hinter das Gummi gesteckt werden, so daß sich alles Material für den jeweiligen Schuß auf einem "Apostel"/"Heiligen" befindet.


Fertige Arquebuse


10. Zinnguß

Will man mehrere Pistolen oder Arquebusen machen, so ist es einfacher, wenn man bestimmte Beschlagteile (Hahn, Zündpfanne, Radschloß) nicht aus Blech aussägt sondern eine Form herstellt und die Teile in Zinn gießt. Dies ist eigentlich gar nicht so schwer.

Zunächst braucht man entweder Formsand mit dazugehörigem Kästchen oder Silikon-Kautschuk (muß mindestens Temperaturen von 350 °C aushalten), Fimo oder eine ähnliche Modelliermasse, einen Zinngießlöffel, Talkum-Puder und einen Herd. Macht man die Form aus Silikon-Kautschuk, braucht man noch Kinderknete, Vaseline und entweder Pappe oder Legosteine. Außerdem braucht man natürlich noch Zinn.

a) Das Urmodell

Das Urmodell kann man ganz gut aus Fimo herstellen. Es wird zwar bei der Formherstellung wahrscheinlich kaputtgehen aber das macht nichts. Allerdings sollte es so stabil sein, daß es nicht schon bei der Herstellung der ersten Formhälfte vollkommen zerbröckelt, also schmale Stellen mit einem Drahtinlay versehen, der das Ganze stabilisiert.

b) Die Form

Will man nur wenige Abgüsse eines Modells machen, reicht eine Form aus Formsand vollkommen aus. Die Herstellung ist absolut idiotensicher: Formsand in der ersten Hälfte des Kästchens feststampfen - Modell zur Hälfte reindrücken - Formsand in der anderen Hälfte des Kästchens feststampfen - beide Kästchenhälften zusammendrücken und wieder auseinandernehmen - Gießkanäle anlegen - Fertig.

Will man mehrere Abgüsse machen oder hat das Modell größere Unterschneidungen, so sollte man die Form aus Silikon-Kautschuk herstellen (gibts im Bastel- oder Künstlerbedarfsladen). Das ist allerdings nicht soo billig (500 g, das reicht z.B. für zwei komplette Hahn-Formen - kosten ca. 24 Euro), so daß sich dies wirklich nur für Serienanfertigungen lohnt.

Zunächst bastelt man sich einen ca. 4 cm hohen Kasten, in den das Modell flach liegend hineinpaßt und rundrum noch ein Rand von mindestens einem Zentimeter bleibt. Diesen Kasten kann man entweder aus einem Streifen fester Pappe herstellen oder einfach aus Lego-Steinen.
Die untere Hälfte des Kastens wird jetzt mit Kinder-Knete ausgelegt. Dabei sollte die Oberfläche einigermaßen glatt sein.
Nun streicht man das Urmodell dünn mit Vaseline ein (damit man es später besser aus der Knete herauslösen kann) und drückt es in die Knete, bis es halb verschwunden ist. Mit einem geeigneten Stab oder Stift werden mit etwas Abstand zum Modell Kuhlen in die Knete gedrückt. Diese Kuhlen bilden später die Noppen, anhand derer sich beide Formhälften paßgenau zusammenfügen lassen.
Danach wird die gesamte Oberfläche der Knetmasse mit Vaseline eingestrichen und der Silikon-Kautschuk angerührt (lieber etwas mehr Vernetzer nehmen und wirklich gut durchrühren). Für den Hahn rechts wurden pro Hälfte 100 Gramm Silikon-Kautschuk benötigt. Dieser wird zunächst mit einem Pinsel auf den aus der Knete heraus ragenden Teil des Modells und in die Kuhlen aufgetupft. Auf diese Weise wird vermieden, daß sich direkt am Modell Bläschen bilden, die man später am Abguß wieder abfeilen muß. Ist alles komplett bedeckt, wird der Rest einfach draufgegossen. Danach muß das Ganze erstmal ausvulkanisieren. Ist dies geschehen wird zunächst der Rahmen und dann die Knetmasse entfernt. Die erste Hälfte der Form ist fertig. Ist das Urmodell beim Herauslösen gebrochen, so kann man es ggfls. provisorisch mit Sekundenkleber reparieren.
Diese kommt wieder in den Rahmen (Das Urmodell bleibt dabei in der Form) und wird ebenfalls mit Vaseline eingestrichen. Danach wird wieder Silikon-Kautschuk angerührt und die zweite Hälfte wie auch schon die erste erst aufgetupft und dann gegossen. Ist auch die zweite Hälfte ausvulkanisiert, ist die Form fast fertig. Die Teile werden jetzt voneinander gelöst und die Gußkanäle eingeschnitten. Hierbei sollte der Einfülltrichter am Ende (d.h. da, wo der Trichter auf das Werkstück trifft) mindestens einen Durchmesser von 5 mm haben. Am unteren Ende und an schmalen Auswüchsen müssen dann noch schmale Kanäle zur Entlüftung eingeschnitten werden (diese müssen nach oben laufen, damit das eingegossene Zinn nicht wieder durch die Entlüftungskanäle rausläuft). Ist dies getan, ist die Form fertig.

c) Der Guß

Die Form wird vor dem Guß mit Talkum ausgepinselt (nur bei einer Form aus Silikon-Kautschuk: damit sich das Zinn später leicht herauslöst) dann zusammengefügt und im Backofen vorgewärmt (dies verhindert, daß das Zinn in der Form zu schnell erkaltet und sorgt so dafür, daß selbst feinste Details mit Zinn ausgefüllt werden). Dann werden die Formteile mit Hilfe zweier Brettchen und einiger Schraubzwingen aufeinandergepreßt und eine entsprechende Menge Zinn (hier kann man ruhig günstiges Zinn verwenden; für den Hahn auf dem Foto oben werden ca. 50 g benötigt) im Gießlöffel auf der Herdplatte geschmolzen, die dann in einem Rutsch langsam in die Form gegossen wird.

Ist das Zinn erkaltet (ein paar Minuten warten, das Zinn ist selbst wenn es erstarrt ist noch sauheiß) wird das gegossene Stück aus der Form gelöst und entgratet sowie kleinere Unebenheiten abgefeilt. Fertig.

 

 

11. Umbau von Dekowaffen

Für Leute, die keine Zeit oder Lust für die Anfertigung von Schußwaffen haben oder einfach nur eine etwas eindrucksvollere Version haben wollen, bietet sich eine etwas weniger arbeitsintensive Methode an, um zu einer Gummipistole zu kommen: Der Umbau von Dekowaffen.

Hierzu benötigt man:

  • eine Dekopistole (gibts z.B. bei Sportwaffen-Schneider) mit "funktionsfähigem" Radschloß
  • ein kleines Stück 5 mm dickes Alublech, ca. 7 x 4 cm
  • Eine Laubsäge mit Metallsägeblatt sowie eine Eisensäge
  • Ein Fräsvorsatz für die Bormaschine

Zunächst mal werden die Beschläge abgeschraubt. Darunter findet man im Schloßinneren vom außenliegenden Rad ausgehend eine Achse mit einem Zahnkranz, in welchen sich der Abzug einhakt. Hinter dem Zahnkranz ist die Achse geteilt. Hier sitzt auch die Feder, welche das gespannte Rad nach ziehen des Abzugs zurückdreht (vgl. Abb. rechts).
Zwischen den Zahnkranz und die Feder wird der Spannhebel gesetzt. Dieser wird aus 5 mm starkem Aluminium ausgesägt.
Dazu macht man sich erst einmal eine Papierschablone bestehend aus einem Kreis mit einem Steg. Der Kreis sollte einen 10 mm größeren Durchmesser haben als die Achse. Der Steg sollte so lang bemessen sein, daß er in leicht nach hinten geneigter Stellung von der Ache ausgehend die Oberkante der Pistole ca. 1-1,5 cm überragt (siehe Abb.: in weiß eingezeichnet). An der Stelle auf dem Lauf, an der die Hinterkante des Steges zu liegen kommt, macht man mit wassefestem Filzschreiber eine Markierung auf den Lauf. Bei entspanntem Schloß wird nun die Schablone so auf die Achse gelegt, daß die oberkante des Steges bündig mit der Oberkante des Laufes abschließt (siehe Abb.: in grau eingezeichnet). Auch hier wird wieder eine Markierung auf den Lauf gezeichnet, diesmal vor den Steg. In dieser Stellung wird nun der Verlauf des Schlitzes in der Achse sowie die Achse selbst auf die Schblone gepaust und anschließend die Aussparungen für die Achse ausgeschnitten. Die Schablone sollte jetzt ungefähr so aussehen, wie auf der Abb. zu sehen.

Diese Schablone wird nun auf das Alublech aufgeklebt und mit der Laubsäge ausgesägt (Tip: erst die inneren Ausparungen, dann den Außenumriß).

Als nächstes wendet man sich dem Schaft mit dem Lauf zu. Letzterer wird zunächst einmal abgenommen. Darunter sieht man nun den Zahnkranz. Links neben diesen (vom Griff aus gesehen) fräßt man jetzt eine 6 mm breite Nut so tief ins Holz, daß die Achse freiliegt. Die Länge muß so bemessen sein, daß der Spannhebel sich problemlos von der entspannten in die gespannte Position bewegen läßt.
Ist dies getan wir das Sloß zum ersten mal zusammengebaut indem man die Achse zur Seite herauszieht, den Spannhebel durch die Nut führt und die Achse durch die Öffnung im Spannhebel wieder hineinsteckt. Die Feder wird neben dem Spannhebel ebenfalls wieder auf die Achse gesteckt. Jetzt kann der erste Test erfolgen. Die Pistole wird mit der außen auf dem Rad befindlichen Flügelmutter gespannt. Idealerweise sollte die gespannte Stellung genau auf einem Einrastpunkt des Zahnrades liegen (wenn nicht, einfach die Nut ein kleines Stück nach hinten erweitern, bis es paßt) und beim Abdrücken ohne anzuecken in die Endposition schnellen.
Klappt dies, wird noch in den Lauf mit der Metallsäge über der Nut eine Aussparung eingesägt, die ebenfalls so lang und breit ist, daß der Spannhebel problemlos von der Ausgangs- in die Endposition gelangen kann (auf dem Foto zu sehen).

Danach kann der Lauf wieder aufgeschraubt werden und die Gummipistole ist fertig.
Auf diese Weise hat man ohne viel Aufwand eine Pistole, die um einiges protziger ist, als die gewöhnlichen Bandguns, sich realistisch am Rad aufziehen läßt (Authentizitätsfanatiger ersetzen die Flügelmutter auf der Radaußenseite durch eine Sechskantmutter, sägen sich aus 5 mm Alu- oder gar Messingblech einen Schlüssel und ziehen daß Radschloß stilecht mit diesem Schlüssel auf.

Ach so, da ein Tromblon, wie es hier als Beispiel verwendet wird, das Renaissance-Äquivalent zur abgesägten Schrotflinte ist, "lädt" man es statt mit einem Einmachgummi lieber mit mehreren kleineren Gummis, was zwar eine kürzere Reichweite mit sich bringt aber aufgrund der Streuwirkung auch das Zielen erleichtert.


Deko-Radschloßtromblon

Spannhebel

Schloßinneres

Schloß - Ansicht von oben

 

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