Kleidung
... macht Leute. Das gilt im LARP genauso wie im wirklichen Leben. So weiß
man bei den Massen von schwarzes Rüschenhemd/schwarze Lederhose-Larpern
doch meistens gleich, wen man da vor sich hat. Im besten Fall ist es ein
Anfänger auf seinem ersten LARP. In diesem Fall ist das verzeihlich.
Damit dieser Gewandungszustand jedoch nicht zu lange anhalten muß,
haben wir diese Anleitungen zusammengestellt, die jedem (und wirklich
jeder kann nähen !) die Möglichkeit geben, für wenig Geld
an eine Gewandung zu kommen, die sich wohltuend vom LARP-Einerlei abhebt.
Nun gibt es schon einige Nähanleitungen im Netz (auch auf deutsch),
doch die meisten befassen sich mit frühmittelalterlicher Kleidung.
So finden sich zwar Massen von Anleitungen Wikinger-Tuniken, doch Anleitungen
für Renaissance-Gewandung findet man nur auf englisch (siehe Link-Seite).
Da wir in Oschenheim aber nun mal an das Deutschland des 16. Jhdts. angelehnt
sind, blieb uns nichts anderes übrig, als die Anleitungen selbst
zu schreiben.Die Anleitungen hier nehmen nicht für sich in Anspruch,
bis aufs I-Tüpfelchen nach historisch korrekten Schnittmustern zu
arbeiten. Ziel ist es vielmehr eine einfache Anleitung für Kleidungsstücke
zu geben, die so aussehen, als ob sie korrekt wären, also in etwa
den Stil der Zeit einfangen.
Diese Seiten können Euch jedoch nicht beibringen, wie man näht.
Die Bedienung einer Nähmaschine, das Säumen, Anzeichnen und
Abstecken von Stoffen sollte sich jeder je nach Gusto von Mutter, Großmutter,
Lebensabschnittsgefährten/in, Volkshochschule oder Freunden, erklären
lassen (es ist wirklich nicht schwer).Die Anleitungen sind auch keine
Anweisungen, die dazu da sind die Reproduktion von exakt gleichen Stücken
zu ermöglichen. Gerade die Renaissance bot einen solchen Variantenreichtum,
daß eigentlich kein Kleidungsstück dem andern glich. Anregungen
zum variieren der einzelnen Kleidungsstücke findet man in der einschlägigen
Literatur. Einige empfehlenswerte Bücher haben wir hier mal zusammengestellt:
| Erika Thiel, Geschichte des Kostüms |
Ein wunderbares Buch für alle, die sich neben Abbildungen
auch für die Geschichte der Mode und die Gründe für die
Ausbildung gewisser Eigenarten interessieren. Leider nicht so viele Abbildungen
und die auch nur in schwarz/weiß (Reproduktionen von Gemälden
und Photos von Originalkleidungsstücken). Keine Zeichnungen oder
Schnitte.
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| Wolfgang Bruhn/Max Tilke, Kostümgeschichte in Bildern |
Hübsches Bilderbuch, welches eigentlich nur aus Zeichnungen
mit Erläuterungen besteht. Wenige Detaildarstellungen. Die meisten
Zeichnungen sind Gemälden oder Statuen entlehnt. Gibt einen guten
Überblick über die Mode der jeweiligen Epoche (wenn auch teilweise
etwas durcheinander). Guter Anregungenlieferant. Wenn man allerdings genauere
Informationen sucht, nur eingeschränkt zu empfehlen.
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| Janet Arnold, Patterns of Fashion - The cut and construction of clothes
for men and women c 1560-1620 |
Janet Arnold, die Gottkönigin der Kostümrekonstruktion.
Ein Buch mit massenhaft Detailaufnahmen von Originalkostümen, Zeichnungen
und Schnittmustern. Ihr solltet allerdings nicht daran denken, die hier
beschriebenen Kostüme nachzunähen, wenn Ihr nicht a) viel zu
viel Geld und b) eine abgeschlossene Schneiderausbildung habt. Die Kostüme
die hier beschrieben sind, gehörten den Großkopferten der Zeit
und waren entsprechend aufwendig gearbeitet (sowohl in handwerklicher
Hinsicht als auch vom Material her). Ach so, außerdem sollte man
sich (Damen wie Herren) an das Tragen von Korsetts gewöhnen. Das
Buch behandelt nämlich vor allem die seinerzeit angesagte spanische
Hofmode (ein paar Pluderhosen sind aber auch dabei) und da war halt die
Doppelkegel-Form angesagt.
Für Anregungen und Details ist das Buch allerdings eine Schatztruhe
sonder gleichen (z.B. Schnittmuster für exorbitante Schamlätze
usw.).
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| Miller/Embleton, The Landsknechts (Osprey Men-At-Arms Serie) |
War in Deutschland auch über Amazon oder den LARP-Handel
nicht zu bekommen. Kann man aber bei Osprey direkt bestellen (das ist
trotz Porto und Verpackung i.ü. nicht unbedingt teurer, ab zwei Büchern
sogar billiger als die Bücher in Deutschland zu kaufen; auch die
Lieferzeit von ca. einer Woche hält sich in Grenzen). Das Büchlein
ist in gewohnter Qualität. Viele schwarzweiß Abbildungen und
acht Farbtafeln. Insbesondere die Farbtafeln ergeben einen guten Einblick
in die Landsknechtsmode von Anfang bis Mitte des 16. Jhdts.
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Jetzt aber frisch ans Werk. Folgende Nähanleitungen sind schon
online (weitere werden hoffentlich bald folgen): (etwaige Fragen zu
den einzelnen Anleitungen könnt Ihr hier direkt an den Schneider
stellen)
einfaches Hemd
Ein extrem weites, fluffiges Renaissancehemd.
einfachste Hose
Die einfachste und billigste Methode, zu einer ansprechenden
renaissancemäßigen Hose zu kommen.
einfache Kniebundhose
Eine einfache Hose. Der typischen, weit geschnittenen Kniebundhose
vom Ende des 16. Jhdts nachempfunden.
Doublet
Eine Form des Wamses vom Ende des 16. Jhdts.; wurde vor allem
von Männern, teilweise jedoch auch von Frauen getragen.
Landsknechtswams
Eine ärmellose Weste (Ärmel können ggfls. angenestelt
werden) mit Schößen im "zerhauenen" Stil.
Das richtige für den modebewußten Söldner von Welt.
Landsknechtshose
Kniebundhose im "zerhauenen" Stil. Mit einem Schamlatz, der die
Mieder der Weiber und Mägde nur so aufspringen lassen wird.
Landsknechtsstrümpfe
Das, was der Landsknecht vom Knie an abwärts trägt
(Merke: Was der Schamlatz gewinnt, sollen
behaarte Männerbeine nicht wieder verlieren)
Ausgesprochene Frauengewänder haben wir leider nicht im Angebot. Dies
hat einen einfachen Grund: Wir haben noch keine Mädels gefunden,
die sich bereit gefunden haben, ihre diesbezüglichen Erfahrungen
in eine Anleitung zu gießen. Wenn Ihr geneigte Leserin schon mal
etwas genäht habt, was zumindest im Ansatz ins 16. Jhdt. paßt,
würden wir uns freuen, wenn Ihr einfach mal eine kleine Anleitung
schreiben und sie uns zumailen würdet, damit wir sie - natürlich
unter Nennung des Namens der werten Autorin - auf diesen Seiten der
bisher von uns so stiefmütterlich behandelten Damenwelt zugänglich
machen können.
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